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Biologische Tierhaltung, Export und impfen Die Freiheit ist ein grundlegendes Recht Fünf Einwände gegen die Bioindustrie Haustierhaltung?
Ja oder Nein?
 
 

 

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Leider ist der Kauf eines Kaninchen als Haustier oft eine impulsive Handlung, so nach dem Motto…... Ach, wie niedlich………

Nach einiger Zeit werden diese „Käufe“ dann in der freien natur ausgesetzt, mit der Idee, dass es sich selbst retten kan. Eventuell wird es auch übers Internett oder Zeitungsanzeigen kostenlos angeboten. Auch Besitzer von Schlangen sind dankbare Abnehmer, da sie geeignet sind als Schlangenfutter. Die in den Niederlanden viel vorhandenen so genannten Kinderboederijen erleben auch dass diese Spontankäufe über den Zaun geworfen werden.

 

In diesem Artikel stellen wir die Arbeit von zwei Kaninchenauffangzentren, das Bunny Bin in Ermelo und das Goofy in Oldenzaal vor.

Bunny-Bin in Ermelo wurde gegründet von Frau Wilma Moolenbeek und hat das Ziel das Leid dieser Tiere zu verhindern. Nach Meinung von Fr. Moolenbeek gibt es in den Niederlanden viele zahme Kaninchen, die in Einsamkeit leben, oft falsch versorgt werden und sie hat die Befürchtung dass viele Besitzer nicht erreicht werden mit den Informationen die das Zentrum zu bieten hat. Trotzdem gibt sie nicht auf…

Fr. Moolenbeek beschreibt wie es ihrer Meinung zu den Käufen kommt. In der Zoohandlung sitzen die niedlichen Tierchen zu hoppeln zum Entzücken der Kinder, die sich ein Streicheltier wünschen und es kostet noch nicht einmal so viel.

Laut dem Verkäufer ist ein solches Tier gut in der Wohnung zu halten usw. usw. damit sind kritische Eltern schnell überstimmt von ihren bittenden Kindern mit der Folge des Ankaufs. Zumeist wird nur ein Tier gekauft, auch werden oft junge Kaninchen als Zwergkaninchen verkauft, denn ein ausgewachsenes Kaninchen sieht nicht so niedlich aus.

 

   

So wird ein Tier, dass in der freien Natur immens viel Raum zum Leben hat, zu einem Leben in einem oft viel zu kleinem Stall zu einem einsamen leben verurteilt.
Der Preis eines Stalles ist von der Größe abhängig und damit ist ein zweites Tier nicht mehr drin.
Sollten die Käufer trotzdem noch ein zweites Tier kaufen, ein Tier alleine ist doch so Mitleid erregend aus Unwissenheit wird nicht auf das Geschlecht der Tiere geachtet und damit ist weiteres Leid vorprogrammiert, denn was soll man denn mit den ganzen jungen Kaninchen machen? Wenn der ganze Bekanntenkreis schon beschenkt ist?
Kaninchen sind anfällig, zumeist ist bei dem spontanen Käufer wenig über eventuelle Krankheiten und das artgerechte Verhalten der Tiere bekannt.
Ein Kaninchen kann locker 8-12 Jahre alt werden!
In den Niederlanden liegt das Alter im Durchschnitt zwischen einem und drei Jahren.
Fr. Moolenbeek berichtet uns von einer Mutter, die mit schrecken feststellte, dass ihre Tochter, für dieses Kaninchen angeschafft werden sollte, dann schon längst aus der Pubertät wäre. Es schien fast so als ob die Mutter im Nachhinein froh war dass das Tier nicht so alt geworden ist. Sie brauchten noch nicht mal viel dafür zu tun, dass das Tier nicht so alt wurde. Dies ist sicher zynisch ausgedrückt.
Aber hat das intelligente, witzige Kaninchen nicht etwas Besseres verdient? Auch das Leben eines solchen Tieres hat doch einen Wert?
Auch das Tier hat ein Recht auf Leben, das seiner Art entspricht.
In einem Wohlfahrtsstaat wie den Niederlanden mit seinem moralischen Anspruch muss das doch möglich sein?
Fr. Moolenbeek und ihr Team sind diese Herausforderung angegangen. Gleichzeitig haben sich noch andere Teams gebildet, u. a. das Asyl Goofy in Oldenzaal. Die Teams verstehen sich nicht als Konkurrenz, sondern Bereicherung.

     

Bunny-Bin in Ermelo begann 2002 mit seiner Arbeit. Seitdem hat es 1921 Kaninchen aufgenommen und davon 1854 in gute Hände vermittelt. Diejenigen die ein Kaninchen aufnehmen, müssen mit einigen Bedingungen einverstanden sein. U. a kein Züchten mit den Tieren und sollte das Tier wieder abgegeben werden müssen, dürfen sie es nur dem Asyl zurückgeben.
Bunny-Bin geben nur kastrierte Rammler ab. Das Team macht seine Arbeit gut  und ist in den Niederlanden bekannt, denn viele wissen es zu finden.
Die Anschaffungskosten eines „Wegwerf-Kaninchen“ liegen etwas höher als in der Zoohandlung, da es zumeist kastriert ist. Ist es das nicht, wird um eine Spende gebeten. Dafür bekommt man als Käufer auch fundiertes Wissen vermittelt und kann es dort auch hin zurückgeben.

Das Asyl Goofy in Oldenzaal wurde vor 15 Jahren von Truus van Galen und ihrem Ehemann Gerrit begonnen. Beide arbeiteten als Freiwillige bei der Tierambulanz und stellten fest, dass es für diese Tiere keinen Platz gab. Allein letztes Jahr nahmen sie 788 Tiere auf. In den ersten Monaten dieses Jahres liegt die Zahl schon höher, sodass sie 2007 mit viel mehr Tieren rechnen.

Verwahrlosung
In der Praxis erleben diese Freiwilligen Situationen die sie selbst bei allen Erfahrungen auch noch erschrecken. Hier ein praktisches Beispiel aus Apeldoorn. Die Besitzerin der Kaninchen hatte sich selbst gemeldet, weil sie nicht mehr wusste wie sie mit der Situation umzugehen hatte. Vor 8 Jahren hat hatten sie 2 Tiere angeschafft um den Kindern zu schenken. Einige Jahre später kamen noch mal 2 dazu. Heute war sie im Besitz von ca. 60 Tieren. Eine Voliere mit den Maßen 4 mal 5 Meter dienten als Stall indem sich außer den Kaninchen noch eine Anzahl von Hühnern und Tauben. Insgesamt standen in der Voliere 5 Käfige und außerhalb nochmals 3 Käfige.

Truus van Gaalen hat von diesen Tieren 40 Tieren aufgenommen.
Die Besitzerin gab sie freiwillig mit weil auch sie der Meinung war, dass es jetzt doch langsam ein bisschen viel war! Von den restlichen Tieren konnte sie sich nicht trennen.
Neben der großen Anzahl der Tiere in einem viel zu kleinem Stall waren die Tiere ausserdem verwahrlost, hatten entzündete Augen, Abszesse an den Rücken, kaputte Ohren usw. Über die Folgen der Inzucht wollen wir noch nicht mal sprechen.

Einige Tage nachdem das Asyl die 40 Kaninchen mitgenommen hatte, ging ich nochmals zu der Voliere und untersuchte die restlichen Tiere.
Es waren noch 18 erwachsene Tiere vorhanden, von denen 2 gerade Junge hatten. Auch diese Tiere wurden mit Hilfe der Tierambulanz mitgenommen und zum Asyl gebracht. Die lokale Tierschutzorganisation hatte nur Platz für 3 Tiere. Sie begrüßten die Arbeit des Asyls Goofy.

     

In der Zwischenzeit sind nochmals 50 Kaninchen geboren, von denen noch 20 leben. Die übrigen mussten eingeschläfert werden, da sie teilweise durch die Inzucht ohne Ohren, mit fehlenden Pfoten und offenen Rücken geboren wurden.  Sie waren nicht lebensfähig.
Praktisch heißt es dass von diesen 108 Tieren noch 78 leben und auch für diese wird ein gutes zuhause gesucht.
Die entstehenden Unkosten wie Tierarztrechnungen, Futter, Unterkunft etc. werden durch Spenden finanziert. Die Kaninchen- Auffangzentren  leben von dem bei ihnen eingegangen Spenden, Schenkungen und Beiträgen.

Abladeplatz für Kaninchen

Ein Park De Groene Scheg in Putten ist Abladeplatz für Kaninchen die niemand mehr haben will. Kaninchen werden dort wie Müllsäcke abgeladen. Denken diese Menschen, die dies tun so über ihre Tiere? Anwohner des Parks berichten, dass sie täglich beobachten können, wie neue Tiere dort abgeladen werden. Zumeist sind es Kaninchen und Meerschweinchen. Was passiert mit diesen abgeladenen Tieren? Länger lebende Tiere sind verwildert und betrachten den Park als ihr Territorium. Die neu hinzugekommen, noch zahmen Tiere kennen die nicht. Weibchen sind konstant tragend, die Rammler kämpfen untereinander, oft bis zum Tode. Neu hinzu gekommene werden oft gleich verfolgt. Anwohner des Parks berichten von ihren Beobachtungen, wie z. B. dass neu hinzu gekommen Tiere auf ihrer Flucht vor den Verfolgern, den schon verwilderten Tieren, ertrinken. Oft retten die Anwohner diese Tiere und bringen sie dann ins Kaninchen- Auffangzentrum Bunny-bin. Einige dieser Tiere mussten eingeschläfert werden und die Kosten für Tierärzte, Unterkunft. Futter etc. sind hoch. Bunny-bin dokumentiert die Herkunft jedes einzelnen Tieres. Die Zahlen sprechen Bände.

Ach….. es ist doch nur ein Tier?

autor Bert Stoop