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Langeweile, Überdruss und Freiheit

 

Dieser Artikel will aufzeigen, wie Langeweile, Überdruss und Freiheit im Leben des Menschen und der Tiere entstehen und den Zusammenhang mit den Folgen aufzeigen.

Freiheit ist ein hohes Gut, aber es gibt keine Freiheit ohne das Definieren von Grenzen.

Wo beginnt die Freiheit des Einen und wo hört die Freiheit des Anderen auf?

Freiheit hat auch ungenehmen Begleiterscheinungen, wie die Tatsache, dass die Verantwortung für sich und das eigene Tun selbst zu übernehmen ist.

Langeweile, Überdruss bedeuten zumeist, dass ein Individuum seine Zeit nicht „sinnvoll“ füllen kann. Es kann mit seiner Zeit nichts anfangen.

Langeweile ist ein Gefühl, eine Emotion, die vor allem von Lustlosigkeit, mangelndem Elan und Desinteresse geprägt. Langeweile geht oft einher mit individuellen Gefühlen wie Verdruss und Sinnlosigkeit des eigenen Seins. Es liegt einer Bewertung zugrunde, was sinnvolle Zeit und was Zeitverlust sei.

Freiheit spielt in diesem Prozess ein große Rolle.

 

In der Wirtschaft / Politik führt Freiheit zumeist zur Vorrangsstellung des Stärksten.
Frei nach Darwin: der Stärkste überlebt.

In unserer Gesellschaft bestimmt der wirtschaftlich Stärkste und der mit den geringsten Skrupeln die Bedingungen, die Regeln und damit die Freiheit der Anderen, wie die Freiheit auf ein selbst bestimmtes Leben.
In der westlichen Kultur herrscht ein Arbeitsethos, dass dazu anhält keine Zeit zu vergeuden. Die Ansprüche des Arbeitsmarktes legen dafür ein Zeugnis ab.
Im Arbeitsleben hat sich der Mensch dem Fertigungsprozess anzupassen, Mit-Denken ist nicht gefragt, Effizienz ist angesagt.
Es wird keine Rücksicht auf die schwächsten Glieder in dieser Kette genommen.

Im Prinzip gilt es gleichermaßen für Menschen wie für Tiere. Der Unterschied ist allerdings der, dass die Tiere nicht für sich selbst aufkommen können.

Der Fortschritt hat die Arbeit minimiert und damit die Freiheit gebracht. Das Individuum braucht sich nicht mehr den ganzen Tag mit der Suche nach Schaffung von Nahrung zu verbringen. Dies bringt eine Menge freie Zeit, die Frei-Zeit mit sich. Nun hat nicht jeder eine Antwort darauf, wie die Frei-Zeit sinn- und artgerecht zu verleben ist.
Kein Wunder, dass die Mehrheit unausgefüllte Zeit als belastend empfindet.
Es gibt viel Zeit, aber nichts zu tun, bzw. keine Idee, keine Vorstellung was zu tun sei, damit führt Freiheit zu einer Leere, einer Sinnlosigkeit.
Unsere Gesellschaft will das Möglichste mit dem geringsten Einsatz erreichen. Dies gilt während der Arbeit sowie in der Frei-Zeit, in unserer eigenen freien Zeit sind wir Sklaven der maximalen Ausnutzung unserer Zeit geworden. Auch hier wollen wir größte Effizienz, maximal Ausnutzung. Freiheit kann so zu einer Belastung werden.
Ein Problem ist, dass während der Arbeits-Zeit vorgegeben wird, was zu tun ist, der Chef gibt vor.

Mit dieser Frei - Zeit haben wir die Erwartung Dinge zu erleben. Wenn wir aber nicht wissen was, dann entsteht ein Gefühl der Leere, der Sinnlosigkeit. Es besteht kein Bedarf an Aktivitäten, da darin kein Sinn gesehen wird.
 

Aus unseren Erwartungen, die sich nicht erfüllen lassen entstehen Spannungen, die wiederum abgebaut werden müssen. Diese Spannung führt zu Handlungen. Im günstigsten Falle zu Handlungen die sinnvoll sind, zumeist aber zu Aggressionen und übermäßigen Gebrauch von Alkohol und Drogen. Hier liegt auch die Bewertung, entweder durch denjenigen selbst oder als Feedback durch andere….“kannst du denn nichts anderes mit deiner Zeit anfangen?“
Ein Gefühl des Versagens, der Resignation entsteht.
Dieses sind Gefühle, die nicht angenehm für den Menschen sind. Er versucht sie zu verdrängen.

Manche Menschen fangen an übermäßig Sport zu treiben, suchen ein Hobby, das ihnen sinnvoll erscheint. Oft erinnert das Hobby an uralte Aktivitäten wie Jagen, Kämpfen, Töten, Fischen, Viehhaltung. Der Mensch versucht auch der Natur wieder näher zu kommen.

Der Mensch hält sich aus zwei Gründen Tiere: Ernährung und Zeitvertreib!

Zur Ernährung in der Form von zumeist Masttieren, Tiere zum Zeitvertreib im eigenen Haushalt, im Streichelzoo, im großen Zoo mit Wildtieren oder so genannten Tierparks.

Viele Menschen, die sich ein Haustier halten sind überzeugt ein gutes Werk zu tun. Sicherlich gilt dies bei Tieren die aus dem Tierheim kommen oder als Versuchstiere dienten, ansonsten ist es fragwürdig. Weshalb?
Lebt das Tier im Haushalt, bestimmt der Mensch den Tagesablauf des Tieres. Besonders schwierig bei nachtaktiven Tieren wie Hamster, Meerschweinchen etc.
Wenn der Mensch abwesend ist, bleibt das Tier sich selbst überlassen. Es muss sich selbst beschäftigen in seinem Käfig oder im Haus / Wohnung. Selten wird überlegt, ob das Tier einem sinnvollen Zeitvertreib nachgehen kann.
Haustiere bekommen einen Ball, eine Spielkette, einen Kratzbaum. Dinge die der Mensch mit der Überlegung, das Tier zu beschäftigen, angeschafft hat. Zu sehen ist der gute Wille, aber wer muss z. B. beim Hund den Ball werfen…. der Mensch.
Katzen haben zumeist die größte Freiheit. Oft werden sie sich selbst überlassen, leben in der Zeit draußen und gehen ihrem natürlichen Trieb, dem Jagd- und Spieltrieb nach. Dieser Trieb diente ihnen früher zum Fangen ihrer Nahrung, heute dient es nur dem Spielen und dem Zeitvertreib. Damit ist der Tod von Millionen anderer Kleintiere, die durch die gut versorgten und satten Katzen aufgejagt und gehetzt werden, umsonst und überflüssig. Das natürlichste wäre, die Katzen selbst für ihre Nahrung zu sorgen.
Diese Argumentation soll anregen, sich nicht zu schnell eine Katze als Haustier zu nehmen, wenn doch, das Tier im Haus zu halten und sie zumindest zu sterilisieren.

Zusammen mit Kindern Enten oder die Tiere im Streichelzoo füttern ist scheinbar ein unschuldiges Vergnügen. Keiner denkt über negative Folgen nach.
Die Tiere scheinen frei zu leben, weisen keinerlei negativen Wohlstandszeichen auf und dennoch.
Erstens macht das Füttern die Tiere abhängig und führt auch zu großer Langeweile unter den Tieren. Das Füttern macht die Suche nach Nahrung überflüssig und hat damit zur Folge, dass die Tiere eine Menge freie Zeit haben. Vor allem in der Paarung- und Brutzeit entsteht großes Leid.
Aus lauter Langeweile üben die Tier die einzige Tätigkeit aus, die ihnen die Natur in dieser Zeit vorgibt… dem Paaren. Die von Natur aus hitzigen Tiere kämpfen, hetzen einander, die weiblichen Enten spielen die Erpel gegeneinander aus, am laufenden Band finden Paarungen statt, nicht jedes Tier überlebt diese Zeit.
Das Jagen der Enten durch die hitzigen Erpel macht die Jungtiere schutzlos. Sie sterben durch die Raubtiere und / oder durch Hunger.
Durch das nicht füttern der Enten im Frühjahr und Sommer, wird dieses Leid verhindert. Sie müssen ihrer natürlichen Tätigkeit wie die Nahrungssuche wieder nachkommen.

Haustiere dienen als Zeitvertreib. Ein Beispiel ist die ältere Dame, die alleine zu Hause sitzt und einen Kanarienvogel geschenkt bekommt. Die Idee dahinter ist die, das sie etwas zu versorgen hat, sie nicht unter Langeweile leidet und sie scheinbar noch etwas nützliches leistet.
Muss sie in dem Alter sich noch nützlich betätigen und wäre es nicht sinnvoller die alte Dame in Bewegung, sie in Kontakt zu anderen Menschen zu bringen um ihre Einsamkeit zu überwinden?

Mit dem Vogel im Kasten und der alten Dame in der Wohnung sitzen jetzt zwei im Käfig!
 

Kommunikation zwischen Menschen ist das Ziel, es verhindert Langeweile und Einsamkeit. Ein Gespräch mit einem Tier ist nichts anderes wie ein Selbstgespräch vor dem Spiegel.

Etwas für andere zu tun, wie z.B. kochen o. ä., Vegetarier zu sein, keine Haustiere zu halten unter den o. a. Bedingungen, ist für uns eine gesunde und fürsorgliche Art und Weise, die eigene Freiheit und die der Anderen, Mensch wie Tier, zu bewahren.

Wenn Tiere zur Ernährung gehalten werden, treffen wir auf dasselbe Phänomen, keine Beschäftigung und somit Langeweile, Überdruss und Aggressionen.
Tiere in der Masttierhandlung, ebenso wie in der Bio Industrie, werden mit dem Ziel gehalten, Gewinn zu erwirtschaften!
Zwar wird in der Bio–Industrie versucht den Tieren eine artgerechte Beschäftigung durch das Geben von Rohkost, damit sie mehr kauen müssen, zu vermitteln, aber das Wahre ist es nicht.
Als Zeichen von Langeweile und dem daraus entstehendem Stress fressen die Schweine sich gegenseitig die Schwänze an. Als Folge daraus wird nicht etwa versucht den Stress zu reduzieren, sondern die Schwänze werden kupiert.
Natürlicher wäre es,  die Tiere artgerecht zu halten, ihnen die Gelegenheit zu geben zu wühlen, zu scharren zu rennen, zu grasen etc., sie ihren natürlichen Trieb ausleben zu lassen. Das bedeutet allerdings, dass der Zeitraum bis zum Erreichen des Schlachtgewichtes länger ist und damit Geld und Zeit investiert werden muss.
Aber ist das ein Hindernis? Ist es überhaupt nötig, soviel tierische Nahrung zu sich zu nehmen? Und ist es wirklich nötig im eigenen Land Überschuss bis zu 70% zu produzieren um in einem anderen Land den Absatzmarkt zu beherrschen?

 

Unter Betrachtung der o. a. Argumente erscheint uns das Erkennen unserer eigenen Motivation und Wünschen die Vorraussetzung um in Freiheit zu leben, frei nach dem Motto: „wir haben immer eine Wahl“.
Mit dem „danach leben" übernehmen wir Vorbildfunktionen für andere die sich orientieren wollen, wir können Vorbild sein.
Die Moderne Zeit stellt an uns die Herausforderung, unser Leben lebenswert und sinnvoll zu leben, ohne in alte Muster zu verfallen.
Ein altes Muster wäre die Natur zu imitieren, indem wir einen Bio–Garten auf 100 qm einrichten, uns in Sportarten zu versuchen mit dem Ziel, den Anderen zu besiegen, usw.
Es ist gefährlich, sinnlos, unsere natürlichen, vorgebenden Grenzen mit Hilfe von extremen Training oder sogar Doping zu überschreiten. Dieser Weg führt nach unserer Meinung zu erneuten Abhängigkeiten.
Unser Appell ist der, dass wir nicht unseren Körper oder den anderer gebrauchen um das Gefühl von Überdruss, Langeweile und Sinnlosigkeit zu verdrängen.
Die wirkliche Herausforderung liegt in der Zusammenarbeit mit Anderen.

Das Lernen aus der menschlichen Geschichte heißt …. Freiheit für alle.

Freiheit ist nicht etwas, was nur ich mir gönne und nur für mich möglich machen sollte, sondern die Verpflichtung ist die… der Einsatz für die Freiheit aller, Menschen wie Tiere!

Das Einsetzen für die Freiheit ist die vielleicht die beste, sinnvollste Beschäftigung, die sich der Mensch im Leben geben kann.  Es ist in jedem Fall eine Chance um Gutes von anderen zurück zu bekommen und auch noch ein gutes Gewissen zu haben.
 
 
 
 
 
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